Doch noch Schrumpelstreifen

Die Petunien sind schon wunderliche Pflanzen. Ich hatte schon über meine Erfahrungen mit der Nachzucht aus Samen einer gestreiften Petunie berichtet, und dass ich mit der hell rosa blühenden etwas unglücklich war.

Inzwischen hat sie sich eines besseren besonnen, und blüht jetzt auch mit Streifen, sogar besonders interessanten, durch den ganz zarten grünen Strich in der Mitte der weißen Streifen:

Streifenpetunie, hellrosa
Streifenpetunie, hell rosa

Mit dieser Färbung wirkt auch das leichte Schrumpeln der Blüten viel interessanter:

Streifenpetunie, hellrosa
Streifenpetunie, hell rosa

Ich denke, ich werde auch von dieser einen oder mehrere Stecklinge nehmen, und zumindest einen davon meiner Mutter schenken.

Die Dritte Petunie

Es ist schon interessant was so aus den Samen einer Petunienhybriden werden kann. Die ersten beiden Nachkommen die geblüht haben, hatten einfarbige Blüten. Die dritte jetzt zeigt wieder das Streifenmuster der Mutterpflanze, wenn auch nicht in der klaren ausprägung. Dafür in einem dunkleren violett, das mir persönlich sehr gut gefällt.

Streifenpetunie 2015
Streifenpetunie 2015

Vielleicht sollte ich versuchen die Sorte zu stabilisieren, aber ich weiss nicht, ob ich dazu die Geduld und den Ehrgeiz aufbringen kann. Auf jeden Fall: Das Streifen-Gen ist noch da, es ging nicht komplett verloren.

Das Petunien-Rätsel

Letztes Frühjahr sah ich in einem Supermarkt eine Petunie im Angebot, mit violett-weiß gestreiften Blüten. Ich war begeistert, und habe sie umgehend erworben 🙂

Petunie 2014
Petunie, Sommer 2014

Weil sie mir so gefiel, habe ich später im Jahr die Samen ausreifen lassen und gesammelt. Und das Petunien-Rästel begann – würden aus den Samen wieder Petunien wachsen, mit gestreiften Blüten? In der Nachbarschaft waren mit keine anderen Petunien aufgefallen, mit denen sich meine hätte verkreuzen können, aber man sagte mir, die verkauften Petunien seien Hybriden und größtenteils unfruchtbar. Nun, meine hat Samen gebildet, eine Hybride könnte es dennoch sein, und damit wäre es ein reines Lotteriespiel, wie die Blüten der nächsten Generation aussehen.

Als ich über die Aussaat und Aufzucht von Petunien recherchierte kam die nächste entmutigende Information – vom Versuch einer Aussaat wurde abgeraten, Petunien seien schwer aus Samen zu ziehen. Ich wollte es dennoch versuchen.

Ich bin mit nicht mehr ganz sicher wann ich gesät habe, November oder Dezember, auf jeden Fall spät im Herbst, in meiner Lichtkammer. Die Petunien bilden fast staubfeine Samen, es ist knifflig die gleichmässig zu streuen, aber es klappte ganz gut, und schon kurz nach der Aussaat zeigten sich die ersten Keimlinge. Allerdings müssen in der Erde Larven der Trauermücke gewesen sein, die nach und nach die Keimlinge gekillt haben – deutlich wurde das als ich es live beobachten konnte, wie ein Keimling zuerst wackelte und dann Umfiel – eine Made hatte die Wurzel abgenagt während ich zusah. Die Keimlinge waren eigentlich noch zu klein um schon vereinzelt zu werden, aber es blieb keine andere Wahl, die Keimlinge mussten in schädlingsfreie Erde. Von 6 verpflanzten Keimlingen sind 4 durchgekommen. Weitere Stücker 12 an Verlust gehen auf das Konto der Trauermücken. Vorher war mir das gar nicht so klar gewesen, was für eine Gefahr Trauermücken für Keimlinge sind, erwachsene Pflanzen schädigen die Maden kaum.

Jetzt, 4 Monate später wird es langsam spannend. Die Petunien sind inzwischen mächtig gewachsen, und stehen jetzt am Fenster, seitdem die Sonne wieder länger scheint.

Petunie, 2015
Petunie, 2015

In den nächsten Tagen sollte sich das Rätsel der Blütenfarbe lösen, zumindest für diese eine Pflanze. Die Blütenknospen werden zusehends dicker.

Petunie, Blütensknospe
Petunie, Blütensknospe

Die Grundfarbe sieht schon mal nicht schlecht aus, violett müsste dabei sein. Ob es dazu noch weiße Streifen kommen werden? Es bleibt spannend 🙂