Frustanfall

Heute habe ich einen richtigen Frustrationsanfall. Am liebsten würde ich den Garten roden. Für nächstes Jahr muss ich mir sehr genau überlegen, was ich tue, was ich pflanzen will, und wie viel davon – wobei ich manches nicht ernsthaft reduzieren kann, wie z.B. die zwei Gurken oder Zucchini. Es ist besser zwei Pflanzen einer Sorte zu haben, wegen der Befruchtung, aber schon die zwei Gurkenpflanzen liefern so viele Gurken, dass es inzwischen eine Last ist. Zucchini ebenso.

D.h. es geht in Richtung „alles oder nichts“ Entscheidung, weil der nächste Schritt zu „weniger“ das „gar nicht“ ist.

Dazu kommt, dass ich nicht besonders gerne koche. Der Zeitaufwand von Vorbereitung, Kochen bis Abwasch ist enorm. Das sind locker zwei Stunden, eher mehr. Zeit die für andere Dinge wieder fehlt.

Die letzten Wochen habe ich zu viele Stunden in der Küche verbracht.

Dazu kommt noch, dass der „bio“ Gedanke bei mir nicht besonders ausgeprägt ist. Dass mein eigenes Gemüse ungespritzt ist – schön, aber ich kann auch bio kaufen, und arg viel Angst vor Dünger und Pestizidrückständen im Gemüse und Obst habe ich nicht. Ich habe eher Angst vor all dem, was hier so im Boden vergraben sein mag, weil ich in Teilen des Gartens Bauschutt ausgegraben habe.

Meine eigenen Paprika schmecken nicht besser als gute gekaufte, 80% meiner Tomaten schmecken auch nicht besser als gute gekaufte. Die Gurken sind teilweise besser als die gekauften, aber so wichtig sind mir Gurken eigentlich nicht, dass ich nicht auch mit gekauften Gurken leben könnte. Rettiche waren deutlich besser als die gekauften. Mein Salat ist etwa so wie der gekaufte.

D.h. so richtig lohnenswert scheint mir das ganze im Moment nicht. Zumindest nicht in dem Umfang.

Es war vielleicht gut, es ein Jahr lang „richtig“ zu probieren, mit allem drum und dran, von der Anzucht bis zum Einkochen für den Winter.

Mal sehen wie es weitergeht. Vermutlich lasse ich es für dieses Jahr noch so laufen, auslaufen; die Gurkenpflanzen sind inzwischen krank und es wird wohl nicht mehr viele Gurken geben. Die ersten Tomaten haben die Braunfäule. Man merkt, dass das Jahr auf der Kippe steht, und es bald wieder abwärts geht. Die Stangenbohnen sind auch krank; einen Horst habe ich gestern schon gerodet.

Nächstes Jahr muss ich sehr gut überlegen was ich will. Pflegeleichtes – ja. Rohkosttaugliches – ja. Alles andere eher nein.

Werbeanzeigen