Die Freilandsaison neigt sich dem Ende zu …

In der letzten Zeit habe ich nicht mehr viel zum Thema Garten oder Pflanzen geschrieben. Zum einen liegt das daran, dass ich wieder mehr Projekte am Computer mache, wie z.B. die Juwelensuche, aber auch an den Problemen, die ich im „Frustanfall“ Artikel angerissen habe.

In den letzten Wochen sind es weniger Pflanzen geworden. Zum einen müssen kälteempfindliche Pflanzen ins Haus, und ich möchte nicht noch mal so einen Winter wie den letzten, als die Wohnung in Teilen mehr Gewächshaus als Wohnung war, zum anderen ist mein Ziel generell weniger Pflanzen zu haben, so dass ich mich um die Verbleibenden besser kümmern kann.

Es ist schwer zu sortieren. Die Schritte sind klein, einige Pflanzen habe ich verschenkt, was sich nicht verschenken liess, habe ich der Biotonne überantwortet. Es sind immer noch zu viele Pflanzen übrig, aber es fällt mir schwer, von dem jetzigen Bestand noch mal welche wegzugeben. Die meisten davon sind etwas Besonderes, zumindest für mich.

Bis zum Ende des Winters werde ich sicher aber noch mal reduzieren (müssen). Es dauert nur, die endgültigen Entscheidungen zu treffen.

Rückblickend war es in Teilen ein gutes Gartenjahr, in Teilen jedoch auch schlechter als das Jahr zuvor. Es gibt viel weniger Birnen und Äpfel, dafür gab es viel mehr Gurken und Zucchini, die Tomaten leben und tragen immer noch, auch die Paprika tragen weiterhin, obwohl die Nächte schon wieder empfindlich kalt werden. Teilweise gab es in der Gegend schon Frost, bislang aber noch nicht bei mir am Haus.

Die Zwiebeln sollte ich erwähnen. Die Zwiebel wird unterschätzt – sie ist genügsam im Anbau, pflegeleicht, sehr haltbar und vielseitig verwendbar. Mir wird langsam klar, warum die Zwiebel in der Antike viel höher geschätzt wurde als heute – damals waren die Vorteile, vor allem die Lagerfähigkeit im Vergleich zu anderem Gemüse, noch viel wichtiger. Die Zwiebelfliege kann ich austricksen, indem ich Steckzwiebeln kaufe und erst im Juni stecke. Das klappt, die Zwiebeln reifen dennoch aus, und die Schwarmzeit der Zwiebelfliege ist im Juni weitgehend vorbei.

Da es jetzt dunkler wird, würde ich in der Wohnung gerne mit mehr Kunstlicht die Pflanzen in Szene setzen, aber ich habe Sorge um die Stromrechnung, wenn ich das tatsächlich mache. Die Solarpanels, die ich mir über den Sommer angeschafft habe, versorgen zwar die Lichtkammer an sonnigen Tagen zu 70% mit Solarstrom, und sparen damit Strom, der für andere Dinge zur verfügung steht, aber dabei handelt es sich lediglich um etwa 300 Wattstunden täglich, das ist nicht allzu viel.

Meine Bonsai-Anwärter werden langsam älter, und an einigen zeigt sich jetzt Potential. Das ist aber ganz sicher ein langfristiges Engagement, das mit meinen rasch wechselnden Interessen im Konflikt steht. Ich habe auch hier reduziert, ganz aufgeben will ich die Idee der gestalteten Pflanzen jedoch nicht. Ein halbes Dutzend oder so werde ich wohl weiterhin behalten und gestalten.

Für nächstes Jahr muss ich besser schmeckende Tomaten- und Spitzpaprikasorten suchen. Auch wenn mir alle anderen Hobbygärtner, die ich kenne, erzählen, wie viel besser ihre Tomaten im Vergleich zu den gekauften sind, für meine trifft das nicht zu. Bis auf eine Sorte, deren Saatgut im Handel gar nicht zu haben ist, sind alle etwas auf dem Niveau, das auch unser Gemüsehändler bietet, d.h. der Anbau bietet eigentlich gar keinen Vorteil, weder finanziell (wenn ich die Zeit für die Pflege mit meinem Gehalt verrechne), noch geschmacklich. Ich werde über den Winter bessere Sorten suchen gehen, wenn es dann aber wieder nichts wird (= nicht besser schmeckt, als das was der Gemüsehändler bietet), dann werde ich den Anbau von Tomaten und Paprika stark reduzieren oder ganz aufgeben.

Bei den Gurken ist es ähnlich, aber im Gegensatz zu denn Tomaten habe ich eine Sorte gefunden die mir sehr gut schmeckt und deren Saatgut einfach erhätlich ist. Die schlägt alle gekauften Gurken, zumindest für meinen Geschmack. Ähnlich ist es bei Rettichen.

Ich habe den verdacht, dass die Gärtner und Händler bei der Tomate reagiert haben, und jetzt bessere Tomaten anbieten, dass jedoch weniger populäre Gemüse wie Gurken und Rettiche im Handel immer noch Ramschware sind.

Ich vermute, dass mein Interesse an Pflanzen wieder zurückkehrt, und es dann auch wieder mehr zu berichten gibt. Im Moment steht die Reduktion im Vordergrund, weniger Pflanzen, aber dafür besser gepflegte.