Klimaveränderung, alles 4 Wochen früher?

Die Klimaveränderung ist in aller Munde, und die mittleren Temperaturen für diesen Winter lagen wieder über dem langjährigen Mittel.

War ich jetzt übermütig, dass ich gestern Möhren und Ostergruß-Rettiche ins Freiland gesät habe? Wenn wirklich alles 4 Wochen früher ist, dann müsste es klappen. Den Ostergruß-Rettichen geben ich sogar bei einem plötzlichen Kälteeinbruch eine Chance. Einige ältere haben den Winter im Freiland überstanden und waren sogar nach dem heftigen Frost in der einen Januarwoche noch genießbar. Aber die Möhren dürften empfindlicher sein. Ich brauche sie jedoch, als Abwehr gegen die Zwiebelfliege. Wenn ich im Mai die Zwiebeln stecke, dann sollten die Möhren schon ein Stück gewachsen sein, sonst funktioniert das mit der Abwehr nicht.

Mal sehen. Für die nächsten Tage ist überwiegend sonniges und warmes Wetter vorausgesagt. Aber es sind noch gut zwei Monate bis die Eisheiligen vorbei sind …

Das Petunien-Rätsel

Letztes Frühjahr sah ich in einem Supermarkt eine Petunie im Angebot, mit violett-weiß gestreiften Blüten. Ich war begeistert, und habe sie umgehend erworben 🙂

Petunie 2014
Petunie, Sommer 2014

Weil sie mir so gefiel, habe ich später im Jahr die Samen ausreifen lassen und gesammelt. Und das Petunien-Rästel begann – würden aus den Samen wieder Petunien wachsen, mit gestreiften Blüten? In der Nachbarschaft waren mit keine anderen Petunien aufgefallen, mit denen sich meine hätte verkreuzen können, aber man sagte mir, die verkauften Petunien seien Hybriden und größtenteils unfruchtbar. Nun, meine hat Samen gebildet, eine Hybride könnte es dennoch sein, und damit wäre es ein reines Lotteriespiel, wie die Blüten der nächsten Generation aussehen.

Als ich über die Aussaat und Aufzucht von Petunien recherchierte kam die nächste entmutigende Information – vom Versuch einer Aussaat wurde abgeraten, Petunien seien schwer aus Samen zu ziehen. Ich wollte es dennoch versuchen.

Ich bin mit nicht mehr ganz sicher wann ich gesät habe, November oder Dezember, auf jeden Fall spät im Herbst, in meiner Lichtkammer. Die Petunien bilden fast staubfeine Samen, es ist knifflig die gleichmässig zu streuen, aber es klappte ganz gut, und schon kurz nach der Aussaat zeigten sich die ersten Keimlinge. Allerdings müssen in der Erde Larven der Trauermücke gewesen sein, die nach und nach die Keimlinge gekillt haben – deutlich wurde das als ich es live beobachten konnte, wie ein Keimling zuerst wackelte und dann Umfiel – eine Made hatte die Wurzel abgenagt während ich zusah. Die Keimlinge waren eigentlich noch zu klein um schon vereinzelt zu werden, aber es blieb keine andere Wahl, die Keimlinge mussten in schädlingsfreie Erde. Von 6 verpflanzten Keimlingen sind 4 durchgekommen. Weitere Stücker 12 an Verlust gehen auf das Konto der Trauermücken. Vorher war mir das gar nicht so klar gewesen, was für eine Gefahr Trauermücken für Keimlinge sind, erwachsene Pflanzen schädigen die Maden kaum.

Jetzt, 4 Monate später wird es langsam spannend. Die Petunien sind inzwischen mächtig gewachsen, und stehen jetzt am Fenster, seitdem die Sonne wieder länger scheint.

Petunie, 2015
Petunie, 2015

In den nächsten Tagen sollte sich das Rätsel der Blütenfarbe lösen, zumindest für diese eine Pflanze. Die Blütenknospen werden zusehends dicker.

Petunie, Blütensknospe
Petunie, Blütensknospe

Die Grundfarbe sieht schon mal nicht schlecht aus, violett müsste dabei sein. Ob es dazu noch weiße Streifen kommen werden? Es bleibt spannend 🙂