Ein wenig Bonsai

Ein gutes Jahr ist vergangen, irgendwie kommt es mir viel länger vor. Immer wieder war ich recht unzufrieden mit dem Benjamini, aber von allen meinen Bonsai-Versuchen schien er trotz aller Mängel der beste, und ich habe ihm immer wieder eine neue Chance gegeben.

So sieht er heute aus:

Ficus Benjamini
Ficus Benjamini

Es fehlen immer noch Äste, an einigen Stellen treibt er einfach nicht. Aber der Stamm hat enorm an Dicke zugelegt, und auch der Wurzelansatz hat sich entwickelt, wenn auch im Moment teilweise abgedeckt.

Durch die Art und weise wie ich den Benjamini damals von der Topfpflanze zum Bonsai-Anwärter gemacht habe, gibt es im Wurzelbereich viele Stellen, die nicht gut aussehen. Aber mit all seinen Fehlern, das ist der erste meiner Bonsai-Versuche, der ein wenig Charakter entwickelt, der ein wenig nach Baum aussieht.

Mal sehen was aus dem Rest wird. Es sind alles noch junge Bäume, und so wie ich die letzten zwei Jahre erlebt habe, wird es sicher noch sehr lange dauern, biss sich da etwas tut. Spannend ist eine kleinblättrige Feige, die meinen Wünschen, die Pflanze wenigstens zeitweise in der Wohnung zu halten, und einer größe möglichst unter 30cm, entgegenkommt.

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Vor Schnecken ist nichts sicher

Diese Tage habe ich beim Gießen eine kleine Schnecke in der Lichtkammer entdeckt. Etwa 2cm lang, als sie versuchte zu fliehen, und hell beige.

Ich wundere mich, wie die Schnecke wohl in die Lichtkammer kam. Die Kammer ist Teil einer Schrankwand, und die Pflanzen stehen meist schon sehr lange in der Kammer. Die letzten Neuzugänge waren im Frühsommer, wenn ich mich recht erinnere.

Wie schnell wachsen Schnecken? Ich wundere mich, wie alt die kleine Schnecke wohl war. Und, ob da noch mehr kommen, bzw. noch schlüpfen oder so – ich will keine Schnecken in der Wohnung!

Letzte Farben

Das Gartenjahr neigt sich dem Ende zu, und bevor der Winter alle Farben verblassen lässt, lässt die Herbstonne noch einmal ein paar späte Blüten leuchten. Die Astern haben zwar Mehltau, aber sie blühen dennoch sehr tapfer, auch die Ringelblumen geben noch nicht auf.

Herbstastern
Herbstastern

Aus der Nähe wirken die Astern besonders schön:

Herbstaster
Herbstaster

Der Nussbaum in Nachbars Garten darf auch noch einmal leuchten, aber das Laub fällt rasch, bald ist es mit der Pracht vorbei.

Nussbaum
Nussbaum

Die obere der beiden Lichtkammern steht seit dem Frühjahr leer –  ich hatte sie für die Anzucht von Gemüse und Blumen benutzt, und brauchte sie seither nicht mehr.

Im Moment steht mir der Sinn danach, dort eine (Kunst-) Landschaft aus Sand aufzubauen, mit Dekorationen, und einigen einzelnen echten Pflanzen  dazwischen. In der Art einiger älterer Basteleieen von mir, aber Umfangreicher.

Der Aufwand für die Pflege meiner Pflanzen ist immer noch sehr hoch, und es fällt mir schwer, zu reduzieren. Auf jeden Fall möchte ich mir nicht noch mehr aufhalsen, aber dennoch wäre es schön, etwas zu haben, das ein wenig an Landschaft und Pflanzen erinnert.

Garten in der Herbstsonne

Noch einmal hat die Herbstsonne den Garten ins rechte Licht gesetzt.

Garten im Herbst
Garten im Herbst

Es ist erstaunlich, dass es immer noch Tomaten gibt. Letztes Jahr hatte die Braunfäule die Tomaten schon Ende August gemördert, dieses Jahr sind sie immer noch gesund und tragen teilweise auch noch. Auch reichlich Paprika wird es noch geben, die haben sich auch letztes jahr schon als sehr robust erwiesen.

Zwei Zucchini könnten noch reif werden, bevor der Frost kommt, der Brokkoli hat auch noch mal Röschen angesetzt, und die Winterrettiche wachsen bereits. Rote Rüben sind praktisch Totalausfall. Ich hatte sie hinter dem Haus gesät, weil ich dachte, sie kommen auch mit einer schattigeren Lage zurecht, aber scheinbar ist es dort dann doch zu schattig.

Die Gladiolen muss ich noch abräumen und in den Keller bringen, aber das hat noch Zeit bis zum ersten Frost. Die Geranien und Fuchsien muss ich auch noch versorgen. Aber es herbstet jetzt ganz deutlich, bald ist die Saison zu Ende. Im Winter werde ich mir dann überlegen, wie der Garten nächstes Jahr werden soll – auf jeden Fall weniger arbeitsintensiv als dieses Jahr, und mit Schwerpunkt auf Gemüse, das ich nicht kaufen, oder nicht in vernünftiger Qualität kaufen kann, bzw. das fast ohne Pflege wächst, wie z.B. Zwiebeln.

 

Die Freilandsaison neigt sich dem Ende zu …

In der letzten Zeit habe ich nicht mehr viel zum Thema Garten oder Pflanzen geschrieben. Zum einen liegt das daran, dass ich wieder mehr Projekte am Computer mache, wie z.B. die Juwelensuche, aber auch an den Problemen, die ich im „Frustanfall“ Artikel angerissen habe.

In den letzten Wochen sind es weniger Pflanzen geworden. Zum einen müssen kälteempfindliche Pflanzen ins Haus, und ich möchte nicht noch mal so einen Winter wie den letzten, als die Wohnung in Teilen mehr Gewächshaus als Wohnung war, zum anderen ist mein Ziel generell weniger Pflanzen zu haben, so dass ich mich um die Verbleibenden besser kümmern kann.

Es ist schwer zu sortieren. Die Schritte sind klein, einige Pflanzen habe ich verschenkt, was sich nicht verschenken liess, habe ich der Biotonne überantwortet. Es sind immer noch zu viele Pflanzen übrig, aber es fällt mir schwer, von dem jetzigen Bestand noch mal welche wegzugeben. Die meisten davon sind etwas Besonderes, zumindest für mich.

Bis zum Ende des Winters werde ich sicher aber noch mal reduzieren (müssen). Es dauert nur, die endgültigen Entscheidungen zu treffen.

Rückblickend war es in Teilen ein gutes Gartenjahr, in Teilen jedoch auch schlechter als das Jahr zuvor. Es gibt viel weniger Birnen und Äpfel, dafür gab es viel mehr Gurken und Zucchini, die Tomaten leben und tragen immer noch, auch die Paprika tragen weiterhin, obwohl die Nächte schon wieder empfindlich kalt werden. Teilweise gab es in der Gegend schon Frost, bislang aber noch nicht bei mir am Haus.

Die Zwiebeln sollte ich erwähnen. Die Zwiebel wird unterschätzt – sie ist genügsam im Anbau, pflegeleicht, sehr haltbar und vielseitig verwendbar. Mir wird langsam klar, warum die Zwiebel in der Antike viel höher geschätzt wurde als heute – damals waren die Vorteile, vor allem die Lagerfähigkeit im Vergleich zu anderem Gemüse, noch viel wichtiger. Die Zwiebelfliege kann ich austricksen, indem ich Steckzwiebeln kaufe und erst im Juni stecke. Das klappt, die Zwiebeln reifen dennoch aus, und die Schwarmzeit der Zwiebelfliege ist im Juni weitgehend vorbei.

Da es jetzt dunkler wird, würde ich in der Wohnung gerne mit mehr Kunstlicht die Pflanzen in Szene setzen, aber ich habe Sorge um die Stromrechnung, wenn ich das tatsächlich mache. Die Solarpanels, die ich mir über den Sommer angeschafft habe, versorgen zwar die Lichtkammer an sonnigen Tagen zu 70% mit Solarstrom, und sparen damit Strom, der für andere Dinge zur verfügung steht, aber dabei handelt es sich lediglich um etwa 300 Wattstunden täglich, das ist nicht allzu viel.

Meine Bonsai-Anwärter werden langsam älter, und an einigen zeigt sich jetzt Potential. Das ist aber ganz sicher ein langfristiges Engagement, das mit meinen rasch wechselnden Interessen im Konflikt steht. Ich habe auch hier reduziert, ganz aufgeben will ich die Idee der gestalteten Pflanzen jedoch nicht. Ein halbes Dutzend oder so werde ich wohl weiterhin behalten und gestalten.

Für nächstes Jahr muss ich besser schmeckende Tomaten- und Spitzpaprikasorten suchen. Auch wenn mir alle anderen Hobbygärtner, die ich kenne, erzählen, wie viel besser ihre Tomaten im Vergleich zu den gekauften sind, für meine trifft das nicht zu. Bis auf eine Sorte, deren Saatgut im Handel gar nicht zu haben ist, sind alle etwas auf dem Niveau, das auch unser Gemüsehändler bietet, d.h. der Anbau bietet eigentlich gar keinen Vorteil, weder finanziell (wenn ich die Zeit für die Pflege mit meinem Gehalt verrechne), noch geschmacklich. Ich werde über den Winter bessere Sorten suchen gehen, wenn es dann aber wieder nichts wird (= nicht besser schmeckt, als das was der Gemüsehändler bietet), dann werde ich den Anbau von Tomaten und Paprika stark reduzieren oder ganz aufgeben.

Bei den Gurken ist es ähnlich, aber im Gegensatz zu denn Tomaten habe ich eine Sorte gefunden die mir sehr gut schmeckt und deren Saatgut einfach erhätlich ist. Die schlägt alle gekauften Gurken, zumindest für meinen Geschmack. Ähnlich ist es bei Rettichen.

Ich habe den verdacht, dass die Gärtner und Händler bei der Tomate reagiert haben, und jetzt bessere Tomaten anbieten, dass jedoch weniger populäre Gemüse wie Gurken und Rettiche im Handel immer noch Ramschware sind.

Ich vermute, dass mein Interesse an Pflanzen wieder zurückkehrt, und es dann auch wieder mehr zu berichten gibt. Im Moment steht die Reduktion im Vordergrund, weniger Pflanzen, aber dafür besser gepflegte.

 

 

 

Umstellung der Lichtkammer auf LED Leuchten

Die Leuchtstoffröhren in der Lichtkammer altern. Man merkt es deutlich, wie sehr sie im letzten Jahr abgebaut haben.

Das, und die im Vergleich zu den verwendeten Röhren höhere Effizienz der LEDs brachte mich dazu, die Beleuchtung in der Kammer umzustellen.

Der Stromverbrauch liegt jetzt 25% niedriger, und wenn die Angaben der Hersteller stimmen, ist die Lichtstärke in der Kammer jetzt sogar höher als zuvor.

Da die LED Module sehr kompakt sind, kann ich jetzt besonders lichthungrigen Pflanzen persönliche Leuchten spendieren, wie diesem Dickblatt:

Individualbeleuchtung
Individualbeleuchtung

Und da es die LEDs in verschiedenen Lichtfarben gibt, kann ich jetzt auch eine Dämerung in der Kammer simulieren, indem ich bestimme Module abschalte:

Lichtkammer, Dämmerungsmodus
Lichtkammer, Dämmerungsmodus

Hier sieht man auch deutlich die Wirkung der kleinen Leuchten für die lichthungrigen Pflanzen. Bei voller Beleuchtung der Kammer fällt es sonst kaum auf.

Spannend wird das Experiment mit diesem kleinen Thymian:

Thymian
Thymian

Ein Thymian ist ein Halbstrauch, ich will versuchen, daraus ein kleines Büschchen für die Kammer zu formen. Bin gespannt, ob das klappt, und ob der Thymian blühen wird. Sorge macht mir der fehlende Winter in der Kammer. Thymian ist immergrün, aber vielleicht braucht er dennoch eine Winterpause – mal sehen, nächstes Jahr bin ich schlauer.