Tomatenroulette 2015

Ob dieses Jahr noch Eisheilige kommen? Der 14 Tage Wetterbericht sagt im Moment keine Frostnächte mehr voraus. Ich war gestern mutig und habe die ersten drei Tomaten ins Freie gesetzt, eine weitere wird bald folgen. Es ist ein wenig wie russisches Roulette – wenn ich Pech habe, dann sind die Tomaten hinüber. Aber der Platz an den Fenstern reichte einfach nicht mehr, die Töpfe wurden zu klein, und die Tomaten waren schon einen guten halben Meter hoch. Im Beet sind sie im Moment sicherlich besser aufgehoben.

Miniatur Grashüpfer

„Je grüner, desto hüpf“, pflegte mein Schwager zu sagen, und normalerweise verband ich das mit Fröschen, den grünen Grasfröschen im speziellen.

Aber heute habe ich etwas neues entdeckt:

Grashüpfer
Grashüpfer

Ein winzig kleiner Grashüpfer, auf einem meiner Lavendel-Stecklinge. Ich hatte nicht gedacht, dass es jetzt schon Grashüpfer gibt, aber in der Größe, etwa einem halbem Zentimeter, würde man sie im Garten auch kaum entdecken. Ich vermute, ich habe ihn mit dem Steckling ins Haus geholt.

Die Blätter rechts vom Hüpfer sehen etwas angenagt aus. Ich habe so den Verdacht, dass er es war, der da genagt hat…

Was mich überrascht ist, dass die Lavendel-Stecklinge bereits austreiben. Ich hoffe das heisst, dass sie auch gewurzelt haben, wäre schade wenn nur neue Blätter kämen, und die Stecklinge dann in Kürze eingingen.

Doch noch Schrumpelstreifen

Die Petunien sind schon wunderliche Pflanzen. Ich hatte schon über meine Erfahrungen mit der Nachzucht aus Samen einer gestreiften Petunie berichtet, und dass ich mit der hell rosa blühenden etwas unglücklich war.

Inzwischen hat sie sich eines besseren besonnen, und blüht jetzt auch mit Streifen, sogar besonders interessanten, durch den ganz zarten grünen Strich in der Mitte der weißen Streifen:

Streifenpetunie, hellrosa
Streifenpetunie, hell rosa

Mit dieser Färbung wirkt auch das leichte Schrumpeln der Blüten viel interessanter:

Streifenpetunie, hellrosa
Streifenpetunie, hell rosa

Ich denke, ich werde auch von dieser einen oder mehrere Stecklinge nehmen, und zumindest einen davon meiner Mutter schenken.

Wer früh sät muss früh topfen

Letztes Jahr war ich spät dran mit meinen Paprika. Ich hatte sie erst Ende März gesät, und bis Mitte Mai waren sie dann gerade mal 10 – 15 cm groß.

Dieses Jahr wollte ich es besser machen, und habe schon im Januar ausgesät. Die Paprika haben sich schön entwickelt, trotz der wenigen Sonne im Winter.

Paprika
Paprika

Leider konnte ich sie nicht mehr länger in den Anzuchttöpfen lassen, die ersten zeigten schon Mangelerscheinungen und ich habe sie jetzt in größere Töpfe gesetzt. Und es sind immer noch gut 6 Wochen bis zu den Eisheiligen … ich frage mich, was für einen Dschungel ich dann im Zimmer haben werde. Zu den Paprika kommen noch 10 Tomaten und diverse andere dazu, die auch schon alle am Wachsen sind.

Hier keimt die Birne …

Es ist wieder einmal eines meiner Experimente – letztes Jahr war ich eine Zeitlang sehr von Bonsai begeistert, und ein Wunsch war ein kleines Birnenbäumchen. Nun, im Garten steht ein Birnbaum, und nachdem ein Versuch Mitte letzten Jahres, einen Steckling der Birne zu bewurzeln, fehlgeschlagen war, kam der nächste Versuch: Aussaat.

Eine Birne säen, das klingt zunächst sehr ungewohnt. Aber im Prinzip kann man Bäume säen wie andere Pflanzen auch. Saatgut bekam ich frei Haus von dem alten Birnbaum, und aus einer der letzten Birnen im Keller habe ich dann die zwei schönsten Kerne in Joghurtbecher gesetzt. Das war Mitte Januar. Danach kamen die Becher ins freie, Baumsamen brauchen die Kälte, um die Keimhemmung zu brechen. Letzte Woche habe ich die Becher dann in die Wohnung geholt, und aus einen Frühstart der Birne gehofft – draußen würden sie wohl erst im Mai keimen, schätze ich.

Etwas überrascht war ich dann doch, wie schnell es dann ging – in weniger als einer Woche zeigte sich ein Keimling an der Oberfläche!

Birnenkeimling
Birnenkeimling

Jetzt bin ich gespannt, wie es weitergeht. Die zweite Birne ist in etwa auch so weit, am Durchbruch durch die Erdoberfläche. Die nächsten Wochen werden die beidem am Fenster aufwachsen, nach den Eisheiligen werde ich sie ins Freie setzen. Als „Wohnungkinder“ sind sie ja keinen Frost gewohnt.

Vielleicht klappt es ja doch mit einem kleinen, halbwilden, Birnbaum im Topf – oder gar in der Schale, obwohl ich mit dem Thema Bonsai im Moment etwas auf Kriegsfuß stehe. Mir gefallen die kleinen Bäume, weniger gefällt mir, wie ich von einigen der Bonsaianer behandelt wurde, als ich mit großen Wünschen und wenig Wissen in das Thema gestartet bin. Also bleibe ich bei der Bezeichnung „gestalteter Baum im Pflanzgefäß“. Das ist es, was ich vorhabe, mit der Birne. Insbesondere geht es mir um die Blüte im Frühjahr – ich mag die Blüten der Birne.

Lavendel im Nebel

Da ich einen Lavendelstrauch verpflanzen musste, und durch den notwendigen Rückschnitt eine Menge an stecklingstauglichem Material hatte, dachte ich mir, ich versuche es mal, den Lavendel über Stecklinge zu vermehren. Laut Lehrbuch soll das „zeitige Frühjahr“ die beste Zeit dafür sein.

Viele der Stecklinge mussten ins Freiland. Ich gehe von einer hohen Ausfallrate der Stecklinge im Freiland aus, obwohl der Lavendel einen recht robusten Eindruck macht, was die Resistenz gegen vertrocknen angeht.

Vier Stecklinge kamen in meine Mini-Gewächshäuser:

Lavendel im Nebel
Lavendel im Nebel

Hier Frage ich mich eher, ob das nicht zu feucht für den Lavendel ist. Immerhin ergrünen die Stecklinge in den Flaschen langsam. Spannend zu sehen wie sich die Farbe von Grau zu Grün wandelt, als würde die Pflanze langsam erwachen.

Ich frage mich, wie lange die Stecklinge unter der Haube bleiben sollten – bei manchen Pflanzen wie Rosen müssen die Stecklinge 6 Wochen oder Länger vor Verdunstung geschützt werden, anderes schimmelt rasch und die Haube muss weg sobald es geht. Allerdings scheint der Lavendel auch kein Kandidat für Schimmel zu sein, dafür scheinen mir die Blätter zu hart.

Vermutlich nehme ich die Flaschen gestaffelt ab, dann sehe ich wie sich die kürzere oder länger Zeit im Dampfbad auswirkt. Zwei Wochen nehme ich aber als Minimum.